Traildorado – Mein 24-Stunden Trailrunning Experiment

Ist 24 Stunden Trailrunning im Rundkurs jetzt cool oder nicht?

Eigentlich finde ich den Reiz auf langen Strecken eher in einer abwechselunsgreichen und vielfältigen Landschaft. Dies gestaltet sich jedoch auf einem 4,1 Km langen Rundkurs mit 130 Höhenmetern eher schwierig.

Trotz allem war es aber endlich mal für mich an der Zeit einen 24h-Lauf auszutesten! Da der Traildorado im Hochsauerland zudem noch der einzige in unserem Lande ist, der in der Kategorie Trailrunning ausgeführt wird, gab ich der Sache eine faire Chance und fuhr nach Arnsberg…

…denn die Veranstalter versprachen so einiges:

  • Rundenzählung mit Monitorausgabe im Start-/Zielbereich

  • XXL-Verpflegung (Lockmittel N°1) – alle 4 Km logischerweise 😉

  • Eine gesellige und familiäre Veranstaltung

  • Deutsche Meisterschaft im 24h-Trailrunning (Sonderwertung)

  • Workshops für die Pausen, sofern man welche macht 🙂

  • Live-Musik und Dj’s im Start-/Zielbereich

  • Preisgelder

Bilder: © www.traildorado.com

Wie läuft der Traildorado eigentlich ab?

Der Ablauf ist ziemlich Simple. Beim Start auf dem 4 Km langen Rundkurs zählt eine Uhr 24 Stunden lang einen Countdown runter. In der Zeit gilt es so viele Runden wie möglich zu laufen, dabei ist es egal ob man nur 4 Km oder über 160 Km läuft. Ebenso hat man die Wahl als Staffel oder Solo teilzunehmen. Der Traildorado bietet daher sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Ultraläufern die Möglichkeit mitzulaufen. Einige nutzten zwischendurch die Möglichkeit an coolen Workshops teilzunehmen – andere wiederum, mich eingeschlossen, liefen ohne Verstand die ganzen 24 Stunden ihre Runden und machten lediglich nur vor dem wirklich einzigartigen Verpflegungsstand mit richtig guter Livemusik halt, um dort seine Gaumen und Ohren zu verwöhnen. Die Rangliste ergab sich aus den nach 24 Stunden absolvierten Runden. Bei einem möglichen Gleichstand zählte dann die bessere Zeit, die man nach der letzten Runde auf der Uhr hatte.

Trailrunner bewegen sich gerne – We like to move it!

Der Startschuss stand bevor, doch so leicht wollte uns Michele Ufer nicht davon ziehen lassen. Bedingung für den Start war ein gemeinsames Warm-Up in musikalischer Untermauerung des bekannten Songs “I like to move it”. In den letzten Minuten gab es also nochmal ein wildes rumgehopse.

 

Fotos: © TRAILDORADO -Fototeam, Ralf Litera

 

Michele begann dann den Countdown zum Start runterzuzählen und alle liefen auf die traditionelle erste gemeinsame Runde los. Erst in der zweite Runde durfte jeder nach belieben loslegen und die 24 Stunden Trailrunning Party war eröffnet..

 Fotos: © TRAILDORADO -Fototeam, Ralf Litera

 

Die ersten Runden wurden also gedreht und nach fast 6 Stunden war ich gut dabei. Die vielen Gleichgesinnten, die Musik, die Verpflegung und die Orga waren großartig und ich war bester Laune.

Es war in der Tat eine fantastische Veranstaltung und ich war froh dabei zu sein. Viele Gespräche und neue Kontakte kamen dabei zustande. Ich konnte es kaum glauben aber ein 24h-Rennen ist cool 😀
Selbst auf den engen Singletrails wurde immer fair gelaufen und der schnellere hat stets den Vortritt erhalten. In der Nacht gab es ein Lagerfeuer, Kerzen dekorierten den Waldeingang und gefährliche Stellen wurden mit Knicklichtern gekennzeichnet.

Fotocredit: Miriam Müller

Der krönende Abschluß

Nach der langen kalten Nacht ist dann der morgen wieder eingetroffen und ich war mittlerweile auf Platz Drei der Herren, mit über 120 Km in den Beinen, angekommen.
Mein Verfolger Thomas lies nicht locker, so dass ich mich bis zum Schluss noch Runde für Runde bis auf 152 Km und 4810 Hm durchkämpfen musste um diese Platzierung halten zu können. Es läuft einfach zur Zeit. Nach dem Wupperbergetrailmarathon meine nächste Drittplatzierung und da der Gesamtsieger Roman mit seinen bärenstarken 168 Km und 5330 Hm aus unserem Nachbarland nicht für die Deutsche Meisterschaft berechtigt ist, darf ich mich zudem bis nächstes Jahr deutscher Viezemeister im 24-Stunden Trailrunning nennen. Was ein versöhnlicher Saisonabschluss nach doch so einigen Verletzungspausen.

Urkunde
Urkunde
 Fotos: © TRAILDORADO -Fototeam, Ralf Litera

Der Jackpott

Die Physiomed sponserte ein Preisgeld in Höhe von 800 EUR für den Herren der die 200 Km-Marke knackt. Mir war nach 24 Stunden zwar nicht bewusst wie das zu packen ist, doch wenn ich daran zurück denke, das ich vor 4 Jahren noch von meinem ersten Marathon geträumt hatte, dann mache ich einfach erstmal weiter wie bislang und schau mal was noch so alles passiert. Die 800 EUR konnte niemand mitnehmen, daher werden im nächsten Jahr wohl 1600 EUR im Jackpott sein. Mir würden da sicher so ein paar Spezialisten einfallen, die das Zeug dazu haben diese magische Marke zu knacken.

Fazit:

Allen Teilnehmer dieser Veranstaltung möchte ich nochmal meine Glückwünsche aussprechen und hoffe das jeder seine gesteckten Ziele erreichen konnte. Ein Sonderlob mit Urkunde gab es zum guten Schluss noch von den Sauerländer Laufraketen für Michele Ufer und sein Organisationsteam. Dieses Lob kann ich nur unterstreichen, es war in allen Belangen ein einzigartiges und herausragendes Event und ich kann trotz der Strapazen von mir behaupten das ich einen riesen Spaß hatte. Wer hätte das gedacht…..?  24h-Läufe sind vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber mit Sicherheit eine besondere Gelegenheit mit Gleichgesinnten eine lange schöne Zeit zu verbringen und zu dem in den Genuß von einem einzigartigen Rahmenprogramm zu kommen.

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 Foto: © TRAILDORADO -Fototeam, Ralf Litera

Zu guter letzt noch eine Empfehlung von mir von einem wirklich schönen Bericht. Der Traildorado aus der Sicht von Miriam, die zweitstärkste Frau vom Traildorado 2016.: ZUM BERICHT

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