Traildorado 2018 – The Infinity Loop

Traildorado“Laufen ist zu 90 Prozent Kopfsache. Der Rest ist mental.” 😉  –  Michele Ufer

Nein, da ist kein Wort verwechselt worden und um herauszufinden wieviel Wahrheit in Michele’s Aussage steckt kamen am letzten Wochenende wieder ĂŒber 140 Teilnehmer zu Deutschlands einzigen 24-Stunden-Lauf in der Kategorie Trailrunning. So vielseitig wie das Rahmenprogramm mit Workshops, VortrĂ€gen, Geisterstunde und Live-Musiker war, so vielseitig waren auch die MotivationsgrĂŒnde der Teilnehmer mit denen ich im Rahmen der Veranstaltung mich ausgetauscht habe.

Neben den ambitionierten Teilnehmern, die um die Krone der Deutschen Meisterschaft im 24-Stunden-Trailrunning sich bis zum Schluss jeden Kilometer hart erkĂ€mpft hatten, gab es auch viele die andere BeweggrĂŒnde mitbrachten, um Teil dieser Trailrunningparty zu sein. Sei es die eigenen Grenzen auszutesten, den Ist-Zustand der Fitness zu erforschen, einen persönlichen Distanzrekord zu erlaufen, in einer Community die Natur zu genießen, Trailrunning bei Nacht und / oder MĂŒdigkeit zu trainieren, kleine Laufetappen zu absolvieren und dazwischen Workshops zu besuchen oder einfach um etwas zu experimentieren.

In einem jedoch waren sich so ziemlich alle einig, nĂ€mlich darin das Michele Ufer, Heiko und das gesamte Traildorado Helferteam wieder einmal mehr ihr ganzes Herzblut in diese Veranstaltung gesteckt hatten. Mit vielen Ideen und kleinen Überraschungen hatten sie somit das ohnehin schon mit Sonnenschein verwöhnte Wochenende auf ein perfektes Trailrunning Spektakel geeicht.

DNF Quote = 0%

Ein weiterer Vorteil dieser Veranstaltung den ich hier einleitend erwĂ€hnen kann ist jener, dass man immer ein Finisher ist egal wieviele Kilometer am Ende auf der Uhr stehen. Man kann lediglich am Ende unter seinen eigenen Erwartungen bleiben, aber niemals aus der Wertung kommen – sofern man sich natĂŒrlich fair an die Spielregeln hĂ€lt.

Auch ich war dieses Jahr jemand der bereits nach der siebten Runde (28.7 Km / 910 Hm) den Tribut fĂŒr die umfangreiche Saison zahlen musste. Da ich schon außergewöhnlich frĂŒh gemerkt hatte wie schwerfĂ€llig meine Beine wurden und ich zudem noch eine leichte Reizung der Sehnenscheide wahrnahm, widmete ich mich ohne lange zu zögern der sonnigen Terrasse am Start-/ZielgelĂ€nde und natĂŒrlich einem kĂŒhlen Weizenbier.

NatĂŒrlich bin ich damit weit unter meinen eigenen Erwartungen geblieben, konnte dies aber angesichts meiner unvergesslichen und erlebnisreichen Saison uneingeschrĂ€nkt verkraften.

Unser Team

DafĂŒr konnte ich jetzt aber auch das Team unterstĂŒtzen und miterleben wie unsere 3 ĂŒbrigen Trail The World Athleten im Rahmen ihrer ersten Teilnahme allesamt neue Distanzerfolge fĂŒr sich verbuchen konnten.

  • Sandra
    Vor dem Traildorado noch nie weiter als 30 Km am StĂŒck gelaufen, kann sich Sandra nun zum Kreis der UltralĂ€ufer zĂ€hlen.
    Nach 24 Stunden hatte sie sich sagenhafte 78 Km mit 2470 Hm erkÀmpft!
  • Selma
    Dieses Jahr erstmals beim Trail Römische Weinstraße einen Ultratrail von 65 Km gefinished, konnte diesmal noch etwas drauf packen und hatte am Ende bĂ€renstarke 83 Km mit 2600 Hm auf der Uhr.
  • Stefan
    Auch Stefan ist dieses Jahr bei einem alpinen Trail erstmals jenseits der Marathondistanz gelaufen und konnte am Wochenende beim Traildorado die magische 100k-Marke knacken. 103 Km mit 3250 Hm hatten ihm alles abverlangt, aber trotz Höhen und Tiefen schaffte er es immer wieder sich aufs neue zu motivieren.

Gratulation zu diesen herausragenden Leistungen!!!

 

Der Mini-Ultra

Am frĂŒhen Morgen als ich merkte das meine Sehne sich vom ausruhen auch wieder etwas entspannt hatte und ich Selma bei ihrer Odyssee die 80 Kilometer zu knacken noch ein paar Runden begleitete, konnte ich am Ende noch mit einem Mini-Ultra von 53 Kilometer meine Wertung nach oben korrigieren. Ein wenig komisch war es aber dann schon als ich nach 20 Stunden erst von der automatisierten Sprechanlage zu hören bekam: “Sehr Gut – Eric hat einen Marathon geschafft!!” :-D.

Im Geiste verwirrt doch die Beine noch Fit!?

Sonntag 12:00 Uhr mittags – genau eine Stunde nach Eröffnung vom legendĂ€ren Schokobrunnen und genau 24 Stunden nach dem Start – war die Zeit abgelaufen!
Zeit fĂŒr mich jetzt mal diejenigen genauer unter die Lupe zu nehmen, die gnadenlos bis zum Ende Kilometer gesammelt hatten. Der Fazit fiel recht eindeutig aus – Jeder konnte noch recht gut gehen, doch etwas Verwirrtheit bei jedem im Kopf war nicht mehr zu verleugnen.
Ist Laufen also wirklich zu 90% Kopfsache und dann auch noch zu 10% mental :-D? Zumindest schien es so, dass die mentale Beanspruchung bei allen wesentlich GrĂ¶ĂŸer ausgefallen ist als die physische.
Aber wie auch immer, eins Wissen wir alle – Was beansprucht wurde, kommt nach erfolgreicher Reparatur auch immer stĂ€rker wieder!

Auch WIR von Trail The World kommen 2019 sicherlich erstarkt wieder und das auf allen Ebenen – physisch, mental und von der Teilnehmerzahl her :-).
Denn auch nichts anderes hat ein so familiÀres aber auch ambitioniertes und mit Herzblut organisiertes Event verdient!

 

Nach dem Traildorado ist vor dem Traildorado!

Seit diesem Jahr gibt es auch den Traildorado on Tour, den ich als Botschafter vom Traildorado fĂŒr euch mit organisiere. Wer also demnĂ€chst mit uns auf Tour gehen möchte ist natĂŒrlich herzlich dazu eingeladen und wir freuen uns jetzt schon wenn ihr dann auch 2019 mit uns als Team beim Traildorado eure Runden dreht!
Haltet also einfach die Augen auf, sobald es neue Termine gibt werden wir die Info natĂŒrlich soweit es geht streuen.

 

 

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