Trail des Marcaires – Nature is more healthful than therapy

Trailrunning Trier

Besser kann man einen Vorbereitungslauf kaum wählen

Was war das doch für ein perfekter Tag im Elsass. Schon als der Wecker um 6 Uhr morgens zum Tanz gebeten hat, war das Wetter auf Sommertag geeicht.
Fasziniert von der saftig grünen Berg- und Hügellandschaft, war ich fast in Rekordzeit eingedressed und bereit für den Startschuss beim Trail des Marcaires.

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Dieser Lauf ist für mich ein weiteres Performance Review hinsichtlich dem Western States 100. Denn wo ich derzeit so wirklich stehe, kann ich fünf Wochen vor dem Start im Squaw Valley
wirklich nur sehr schwer einschätzen. Seit Februar bremst mich immer wieder meine Plantarfasziitis aus, die ich ohne zwischenzeitliche Ruhepausen nur schwierig in den Griff bekomme.

Vor dem Start gab es dann noch ein schönes Wiedertreffen mit vielen bekannten Laufverrückten, so dass die Emotionen zu Höchstformen aufliefen.

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Makellose Traillandschaft

Dann war es endlich auch soweit, mein erster Start beim Trails des Marcaires! Wie immer bin ich gleich auf meine alt bewährte Taktik übergesprungen, einen schnellen Start hinzulegen, um möglichst nicht im Rudel auf den ersten Singletrails zu landen. Schnell bemerkte ich das diese Taktik mehrere befolgten und auf den ersten Kilometern hatte ich trotz zügigem Tempo etwas an die 80 Leute vor mir. Die ersten richtigen Singletrails kamen dann aber allerdings erst nach 5 Kilometern beim ersten und längsten Anstieg. Hier hatte sich das Feld schon etwas auseinerandergezogen und ich konnte in einer guten zügigen Truppe, die ersten 900 Höhenmeter auf das Hohneck bewältigen. Der Anstieg ging durch einen wirklich traumhaft schönen Wald mit vielen Bachläufen.

Vom höchsten Punkt aus gab es dann Singletrails soweit das Auge reichte. Es ging lange Strecken über einen Bergrücken mit Ausblicken in alle Richtungen. Immer wieder wechselten sich technisch schwierige und schnell laufbare Wege ab, so dass es wirklich nie langweilig wurde. Es war wirklich ein Traillauf den man vom Anfang bis zum Ende vollends genießen konnte. Gespickt mit Bergseen, grünen Wiesen, Singletrails, Schluchten, Bächern und moosbedeckten Wäldern hat mich der TDM durchweg begeistert. Auch der Versuch meine Slab Sense Ultra mit Einlage und zusätzlichem Fersenkissen zu versehen, um so trotz noch leicht gereizter Sehnenentzündung diesen minimalistischen Schuh laufen zu können, ging auf. Die Beine wurden nicht müde, die Sehne machte keine Komplikationen und so wurde meine Zieleinlaufszeit nach 54 K / 2700 Hm in 6h15min deutlich besser als erwartet und zudem mit einem 35. Platz bei einem starken Teilnehmerfeld belohnt.

Zeit für Erkenntnisse

Das ganze lässt hinsichtlich dem Western States in 5 Wochen doch wieder zusätzliche Hoffnung aufkommen und es gab wieder jede Menge Erkenntnisse dich Ich an diesem Sonntag in den Vogesen mitnehmen konnte. Allen voran wieder die Erkenntnis, das weniger doch einfach mehr ist. Meine Trainingshäufigkeit wurde auf Grund der Sehnenbeschwerden von mir auf 3 bis maximal 4 Einheiten die Woche gedrosselt. Die Einheiten waren zwar immer mindestens 90 Minuten und stark profiliert, dennoch gab es dazwischen immer ausreichend Regeneration. Ich hatte ständig das Gefühl, dass ich mit diesem Pensum nicht so wirklich vorankommen werde, aber die jüngsten Ereignisse haben mich eines besseren belehrt. Wenn eine gewisse Grundlagenausdauer bereits vorhanden ist, dann sind gezielt dosierte längere Einheiten mit ausreichend Erholung einfach förderlicher für den Trainingseffekt.

Natürlich ist es keine neue Weisheit ausreichend Regeneration im Ultratraining einzubauen, dennoch war mir bislang noch nicht wirklich bewusst, dass Regeneration selbst in so einem hohen Ausmaß noch positive Auswirkungen auf den Trainingsfortschritt hat. Der Irrglaube das eine Activity-Recovery-Ratio im Ultratraining von nahezu 1:1 bestenfalls nur für Stagnation sorgt wurde mir ausgewaschen.

Es war also alles in allem ein perfekter Sommertag, mit vielen tollen Menschen in einer einzigartigen Landschaft. Hier war ich nicht zum letzten Mal und jeder Trailliebhaber sollte sich diesen Lauf definitiv mal auf seine Liste setzen.

Was bedeutet das jetzt für die kommende Woche? Erholungswoche, genau! Ab Donnerstag geht es dann ins Pitztal, dort stehen ein paar Hiking- und Bergtouren auf der Agenda und am 04. Juni  steht mit dem KUT dann der letzte Vorbereitungslauf an.

#seeyouinsquawvalley #WS100

 

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