Testbericht: La Sportiva Akasha

La Sportiva Akasha
La Sportiva Akasha (© Laufblog - Patrick Salm, 2016)

Der Akasha ist ein weiteres Trailrunning-Modell der Marke La Sportiva und soll vor allem Liebhaber von Ultra-Trail Strecken komfortabel durch das profilierte Gelände bringen. Insbesondere bei extremen Downhills konnte der Akasha mich in puncto Dämpfung, Komfort und Schutz überzeugen.

Testfacts La Sportiva Akasha

Testzeitraum: ca. 3 Wochen

Modell: Akasha Blue / Sulphur

Kategorie: (Ultra-)Trailrunning, Mountainrunning

Technologien: Dynamic ProTechTion, FriXion XT, Trail Rocker System

Farbe: Blau / Gelb

Sprengung: 6 mm

Gewicht: 330 gr bei Größe 42

Preis: 149,00 €

Optik/Haptik

La Sportiva Produkttest
© Laufblog – Patrick Salm, 2016

Ich persönlich mag den blaugelben Farbmix von meinem Akasha sehr. Zum einen bedeuten die Farben Veränderung und Lebensfreude und zum anderen wirkt es mit dem gerippten Design in den zwei verschiedenen Blaustufen ziemlich cool für lässige Trailrunner ;-). Mir fällt natürlich direkt ins Auge das der Schuh nur ein herkömmliches Schnürsystem hat. Denn wer – wie ich selber auch – lieber die Schnellschnürvariante mit Staufach für die Senkel bevorzugt, muss mit dem Akasha einen Kompromiss schließen.

Die Verarbeitung hinterlässt einen fehlerfreien Eindruck. Ich kann weder Kleberrückstände noch unsauber verarbeitete Nähte am Schuh vorfinden. Wie bei vielen anderen Herstellern auch, wird das Modell mit einer Ortholite-Einlage aus Schaumstoff geliefert und soll an den Füßen für ein angenehmes Klima sorgen. Die Sohle wirkt sehr hart, verspricht aber auch mit dem robusten Profil ein Grip-Ungeheuer zu sein. Positiv fällt beim ersten Blick auch der starke Zehenschutz auf. An der äußeren Ferse und am inneren Vorderfußbereich wurde zudem ein zusätzlich verstärkter Sohlenbereich farblich gekennzeichnet (La Sportiva Trail Rocker System).

Laufgefühl

Beim Einstieg in die Schuhe merke ich gleich das sie für die Langstrecke entwickelt wurden. Im Hinterfußbereich sitzt der Schuh komfortabel. Im Zehenbereich ist auch bei meinem verhältnismäßig breiten Fuß ausreichend Spielraum vorhanden, damit der Schuh auch auf sehr langen Strecken keine unangenehmen Probleme bereitet. Mit dieser Fußfreiheit könnte ich bei einer kurzen, knackigen und schnellen Trailrunningeinheit keinen Kompromiss eingehen, dafür sind dann andere Modelle besser geeignet.

Der Kontakt zum Boden ist nicht wirklich ausgeprägt, was auch auf der Kehrseite bedeutet, dass sich nicht jeder Stein unangenehm an der Fußsohle anmeldet. Auf kurzen Ausflügen mindert das natürlich den Spaßfaktor. Bei einem längeren Abenteuer ist diese Eigenschaft jedoch ein dankbarer Begleiter. Auch die Dynamik von dem Schuh, welche sich zwar nach etwas Einlaufarbeit merklich verbessert, ist bei kürzeren Distanzen eher unpraktisch und entfaltet ihre Vorzüge bei mir erst mit zunehmender Länge der Strecke. Die 6 mm Sprengung fühlen sich im Abrollverhalten weitestgehend natürlich an.

Dämpfung / Protektion

Trail Rocker System
© Laufblog – Patrick Salm, 2016

Aufgrund der Jahreszeit und der kurzen Testdauer von 3 Wochen, habe ich den Schuh ausschließlich im Mittelgebirge getestet. Die Dämpfung ist schon sehr stark ausgeprägt und ist daher außer für Langstreckenläufern auch noch für schwere Läufer empfehlenswert. Die Protektion im Zehenbereich machte auch direkt einen soliden Eindruck, da kann man schon mal die ein oder andere Wurzel mitnehmen, ohne das sich gleich ein neuer blauer Zehennagel dazugesellt. Natürlich verliert der Schuh aufgrund der gut gedämpften Sohle etwas an Traktion, aber ich finde das die Entwickler für diesen Langstreckenschuh eine optimale Balance zwischen Cushion, Agility und Traction finden konnten.

Grip

Frixtion XT Sohle
© Laufblog – Patrick Salm, 2016

Besonders imponiert hat der Schuh mir bei einem Kamikaze-Downhill. Bei steilen und stark profilierten Downhill-Trails die ich recht temporeich angegangen bin, fühlte ich mich selbst an heiklen Stellen sehr sicher in dem Schuh. Auch auf nassen Untergrund hatte ich weitestgehend einen guten halt. Aus der Sicht des Langstreckenläufers ist das Grip zusammen mit der Dämpfung sicherlich das Prunkstück des Akasha’s.

Gallerie

………

Fazit:

Der Akasha ist in seiner Kategorie für die er konzipiert wurde zweifelsohne ein cooler Schuh. Langstreckenläufer und auch schwere Läufer kommen sicherlich mit seinem Komfort auf einen guten gemeinsamen Nenner. Für kurze und schnelle, dynamische Trailläufe ist er definitiv nicht so gut geeignet. Dafür schnapp ich mir dann doch lieber von La Sportiva den Bushido. Im Gesamtbild für die Langstrecke hat der Akasha bei mir ganz gut abgeschnitten und daher finde ich auch den Preis von 149,- EUR für gerechtfertigt. Lediglich das Schnürsenkelsystem trifft nicht so ganz meinen Geschmack und bei kurzen knackigen Trail-Einheiten lass ich ihn auch lieber daheim.

Produktüberlassung und Bilderrechte: Laufblog Patrick Salm

                                                                       

Das Produkt mit den Bildern wurde mir als Testhelfer für den Laufblog – Patrick Salm überlassen. Bei meinem Review wurde mir freigestellt in wie weit ich das Produkt positiv oder negativ bewerte. Dieser Test richtet sich nach meiner persönlichen Einschätzung, meinem Läufertyp und meinen persönlichen Vorlieben.

La Sportiva Akasha

EUR149,00
La Sportiva Akasha
9.1

OPTIK / STYLE

9/10

    DÄMPFUNG

    10/10

      PASSFORM

      9/10

        GRIP

        10/10

          PREIS-LEISTUNG

          9/10

            Vorteile

            • Aggressives Grip
            • Gute Dämpfung
            • Starker Zehenschutz
            • Verstärkte Außensohle
            • Gute Passform

            Nachteile

            • Schnürsenkelsystem

            2 Kommentare

            1. Hallo, finde den Schuh gut, war aber nicht ganz so angetan. Er ist etwas zu schwammig. Der Fuß ist nicht so richtig stabil im Schuh. Mir ist er teilweise zu wenig halt gebend und ich schwimme zu viel im Fußbett. Schnürsenkel sind schnell ausgefranst. Ansonsten sehr gut für Langstrecke.

              • Hallo Frank,
                vielen Dank für dein Feedback hier.
                Ich denke auch einfach das es darauf ankommt für was man den Schuh einsetzt.
                Der Halt im Fußbett ist bei mir im mittleren und hinteren Bereich ganz gut. Ich lebe aber auch eher auf breitem Fuß 😉
                Vorne hab ich auch nicht so viel halt, aber bei einer langen Ultra Strecke wo irgendwann eh alles drückt, finde ich diese Art von Fußfreiheit ganz angenehm 🙂
                VG Eric

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