Grenzen sind auch nur Meilensteine – Bericht vom Wupperberge Ultratrail 75 K – 2200 Hm

Bei einem privaten Einladungslauf von Oliver Witzke (Streckenkonstrukteur giftiger Trails) ging es morgens um 6h30 mit 30 Läufern bei tiefer Dunkelheit am Schloss Burg Solingen los auf eine 75 KM Abenteuertrail mit gefühlten 5.500 Höhenmeter.

Dies würde dann auch letztendlich mit meiner GPS-App gleich kommen, die keine minderen positiven Höhenmeter errechnet hatte.

Schloß Burg an der Wupper
Schloß Burg an der Wupper

Der Morgen war derart stockdunkel das die Burg mit den wenigen Lichtern die Vorbereitung zum Start etwas gespenstig erscheinen lies.

Schloß Burg an der Wupper
Schloß Burg an der Wupper

Die ersten 10 KM bei 1 h 09 min verliefen recht ereignislos. Zum Morgengrauen hin erreichte ich dann nach einigen Anstiegen einen Aussichtspunkt mit spektakulärem Blick auf eine Schwebebrücke.

Schwebebrücke
Schwebebrücke

Für wenige Sekunden genoß ich den morgendlichen Ausblick und lief anschliessend unbeirrt weiter durch Singletrails, Wald- und Forstwege und über Bergwiesen wo der Nebelschleier teilweise ganze Felder verdeckte.

Die erste Schleife verlief über 33 KM wieder zurück zum Schloss Burg Solingen wo ich wieder eine erstklassige Verpflegung bekommen habe und anschließend auf die eigentliche Marathonstrecke geleitet wurde.

Die 33 KM bei Schloss Burg Solingen, von der man sich von der Trail aus ein schönes Bild verschaffen konnte, erreichte Ich nach 4h 05 Min. Die bereits zu diesem Zeitpunkt recht schweren Beinen verdankte ich Oliver, der bei der Auswahl von Berganstiegen und Trails sein Handwerk zweifelsohne verstand.

Schloß Burg Solingen
Schloß Burg Solingen

Ganz witzig! Auf der kommenden Strecke überholte mich ein Läufer ohne Armbändchen, was mir zeigte das er nicht zu unserer Gruppe gehörte und rief mir im vorbeiziehen zu: „Tolle Strecke, nicht?“. Was ich nach ca. 40 Km rauf und runter und gefühlten 85% Singletrails mit einem fauchenden: „Jahaaa, Suppa“ kommentierte.

Genau dieser Läufer überholte mich 3 KM später wieder und wollte von mir wissen wie ich gelaufen bin da ich wieder vor ihm war und ich gab ihm zu verstehen das ich lediglich blau markierten Wegweisern oder Schildern folgte und das wir hier in einer Gruppe einen kleinen Rundkurs laufen.

Der Jogger um dessen beheimatete Strecke es sich handelte stellte mir dir Frage welche Distanz dieser Rundkurs denn hätte. Ich verdrehte die Augen und sah schon vor meiner Antwort den verwirrten Blick des Joggers mich als Einweisungsreif einzustufen.

Dennoch lief er ein paar Kilometer mit mir und durchlöcherte mich mit Fragen bezüglich Sinn, Training und meinem Befinden. Nachdem alle Einzelheiten dann geklärt waren verlief meine Strecke nach Rechts Richtung Staudamm weiter, während seine unten im Tal endete.

Sengbachtalsperre
Sengbachtalsperre

An der Talsperre bei KM 39 verbuchte ich eine Zwischenzeit von 4h45 Minuten und war sehr beeindruckt von der Aussicht rundherum.

Es folgte ein Gebiet was als Paradies für Mountainbiker, Läufer und Spaziergänger zu gleich galt. Dies machte auf einer 50 cm schmalen Singletrail mir das Leben nicht gerade leichter.

Nach einiger Zeit erreichte ich nochmals die Schwebebrücke, diesmal nur am Fuße. Mit einer Zwischenzeit von 8h 50 Min bei KM 60 war ich zufrieden und begann auch weiter das Tempo zu drosseln da sich mein Schienbein mit kleinen Unannehmlichkeiten meldete.

Zudem wollte ich auch kein Risiko hinsichtlich der Pfalztrail in 2 Wochen mehr eingehen, um nicht die letzten notwendigen Punkte für den UTMB zu gefährden.

Schwebebrücke bei Morgendämmerung
Schwebebrücke bei Morgendämmerung

Über die Wupper gegangen war ich zu dem Zeitpunkt nur über vorgesehene Brücken und kam meinem Ziel, dem Schloss Burg Solingen, stetig näher. Nach harten 70 KM in 9h 55 Min freute ich mich auch langsam auf den Zieleinlauf und die damit verbundene Regeneration am verbliebenen Restabend.

Die Wupper
Die Wupper

Die letzte Herausforderung stand aber noch bevor. Vom Tal aus verlief die Wegstrecke zum Ziel in einen langen Anstieg, der nach über 70 Km meinem Muskelgewebe in den Beinen alles abverlangte. Zu allem Übel dachte sich Streckenkonstrukteur Oliver den Spass aus, das er den Anstieg zum Ziel unter einer Sesselbahn herleitete.

Aber unsere Ultra-Gruppe wollte es ja nicht anders und daher mussten wir im wahrsten Sinne des Wortes auch da durch.

Im Ziel angekommen bei 10h 20min +/- ging meine Reise als Trailtourist an der bergischen Wupper vorüber. Eine sehr anspruchsvolle Strecke mit schönen Landschaftsgesichtern rund um Solingen, Remscheid und Wermelskirchen.

Wupperberge Ultratrail
Wupperberge Ultratrail
Wupperberge Ultratrail
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Wupperberge Ultratrail
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